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Warum Abschalten so schwerfällt und was Dein Bauch damit zu tun hat

Der Tag ist vorbei. Du sitzt auf dem Sofa oder liegst längst im Bett. Eigentlich wäre jetzt Zeit, zur Ruhe zu kommen.

Und trotzdem läuft der Kopf weiter.

Das Gespräch vom Nachmittag. Der Termin morgen. Dinge, die noch erledigt werden müssen.

Warum können wir nicht einfach beschließen: Jetzt ist Feierabend, jetzt entspanne ich mich?

Weil unser Körper keinen Aus-Schalter besitzt. Gedanken, Erfahrungen und äußere Reize können Stressreaktionen auslösen. Gleichzeitig laufen viele Reaktionen unseres Körpers automatisch ab, ohne dass wir sie bewusst steuern.

Und genau hier wird es spannend.

    Dein Bauch und Dein Gehirn sprechen miteinander

    „Das schlägt mir auf den Magen.“ Diese Redewendung kommt nicht von ungefähr.

    Gehirn und Verdauungssystem stehen über die sogenannte Darm-Hirn-Achse in ständigem Austausch. Und zwar in beide Richtungen.

    Eine wichtige Verbindung dabei ist der Vagusnerv. Rund 80 Prozent seiner Nervenfasern sind afferent, sie transportieren Informationen aus dem Körper in Richtung Gehirn.

    Der Informationsfluss geht also keineswegs nur vom Kopf zum Körper. Unser Gehirn erhält fortlaufend Informationen darüber, was in unserem Körper geschieht.

    Bauch und Gehirn stehen in einem ständigen Dialog.

    Was läuft bei Dir eigentlich automatisch?

    Stress zeigt sich deshalb nicht nur in unseren Gedanken. Auch unser Körper reagiert, zum Beispiel mit innerer Unruhe, verändertem Appetit oder einer empfindlicheren Verdauung.

    Gleichzeitig laufen viele unserer Gewohnheiten nahezu automatisch ab. Wir greifen in jeder freien Minute zum Handy, denken schon beim Essen an die nächste Aufgabe oder füllen selbst kleine Pausen wieder mit neuen Reizen.

    Der erste Schritt kann deshalb erstaunlich einfach sein: wahrnehmen.

    Was beschäftigt mich gerade? Mache ich wirklich Pause? Wann bekommt mein Kopf einmal einen Moment ohne neuen Input?

    Denn erst wenn uns etwas bewusst wird, können wir beginnen, es zu verändern.

    Du musst nicht immer beim Kopf anfangen

    Und jetzt kommt die andere Richtung der Verbindung ins Spiel.

    Wir müssen nicht darauf warten, dass unsere Gedanken endlich ruhig werden. Auch über den Körper können wir Bedingungen schaffen, die unser Nervensystem bei der Regulation unterstützen.

    Bewusste Atmung, Bewegung, Natur und Momente ohne zusätzliche Reize können solche Impulse sein.

    Das Entscheidende daran:

    Wir haben mehr als einen Ansatzpunkt.

    Wir können bewusster wahrnehmen, was wir denken und tun. Und wir können gleichzeitig über unseren Körper Momente schaffen, in denen unser System zur Ruhe kommen kann.

    Vielleicht beginnt Abschalten deshalb gar nicht erst abends auf dem Sofa, sondern viel früher am Tag.

    Wissen ist gut. Erleben macht den Unterschied.

    Genau deshalb sind Stressregulation, bewusste Wahrnehmung, Bewegung, Entspannung und Atem auch Bestandteile unserer Fastenkurse, Bildungsurlaube und Retreats.

    Eine Woche außerhalb der gewohnten Abläufe bietet Raum, solche Impulse nicht nur kennenzulernen, sondern selbst auszuprobieren und zu erleben, was davon wirklich guttut.

    Nicht mit dem Anspruch, anschließend alles anders zu machen. Sondern vielleicht mit ein oder zwei Erfahrungen, die Du mit nach Hause und in Deinen Alltag nimmst.

    Denn Abschalten beginnt nicht mit einem Schalter.

    Vielleicht beginnt es damit, wieder wahrzunehmen, was Körper und Kopf eigentlich brauchen.