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Schon wieder im alten Trott?

Warum gute Vorsätze oft nicht an mangelnder Disziplin scheitern und welche Rolle unser Alltag dabei spielt.

Mehr Bewegung. Bewusster essen. Weniger Zeit am Handy. Endlich wieder richtige Pausen machen.

Oft wissen wir ziemlich genau, was uns guttun würde. Wir nehmen es uns fest vor und starten manchmal sogar hochmotiviert.

Und ein paar Tage später?

Das Handy liegt wieder beim Essen auf dem Tisch, für die Bewegung war keine Zeit und aus der geplanten Pause ist doch wieder eine erledigte Aufgabe geworden.

Und dann passiert häufig noch etwas: Wir beginnen, uns selbst dafür zu bewerten.

  • Warum schaffe ich das schon wieder nicht?
  • Andere bekommen das doch auch hin.
  • Mir fehlt einfach die Disziplin.

Doch vielleicht greifen wir damit zu kurz.

Gewohnheiten wohnen nicht nur in unserem Kopf

Viele unserer täglichen Abläufe sind eng mit bestimmten Situationen verbunden.

Morgens der erste Blick aufs Handy. Nachmittags etwas Süßes zum Kaffee. Abends auf dem Sofa noch schnell die Nachrichten lesen.

Je häufiger wir etwas in einer bestimmten Situation wiederholen, desto selbstverständlicher kann die Verbindung zwischen Situation und Verhalten werden. Irgendwann müssen wir kaum noch darüber nachdenken.

Das ist im Alltag ausgesprochen praktisch. Wir müssten sonst jeden Morgen neu überlegen, wie Zähneputzen funktioniert.

Schwieriger wird es, wenn wir etwas verändern möchten.

Denn dann treffen unsere guten Vorsätze auf eine Umgebung, in der vieles beim Alten geblieben ist.

Der gleiche Ort. Die gleichen Abläufe. Die gleichen Auslöser.

Vielleicht ist es also nicht immer nur eine Frage der Willenskraft.

Manchmal hilft es, den gewohnten Rahmen zu verlassen

Vielleicht kennst Du das aus dem Urlaub: Plötzlich gehst Du morgens spazieren, liest wieder ein Buch oder sitzt eine halbe Stunde beim Frühstück, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.

Zu Hause erscheint genau das oft viel schwieriger.

An einem anderen Ort fallen einige der gewohnten Auslöser zunächst weg. Der Tagesablauf verändert sich, andere Dinge bekommen Raum und wir können bewusster wahrnehmen, was wir eigentlich tun und wie es uns damit geht.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Ortswechsel automatisch neue Gewohnheiten entstehen lässt, aber er kann etwas schaffen, das uns im Alltag manchmal fehlt:

Abstand zum Gewohnten.

Und dann sind da noch die anderen

Auch Gemeinschaft kann einen Unterschied machen.

Allein morgens die Laufschuhe anzuziehen, ist etwas anderes, als wenn eine Gruppe bereits zur gemeinsamen Runde aufbricht. Sich zu Hause bewusst eine Pause zu nehmen, kann schwerfallen. In einem Tagesablauf, in dem Zeiten für Bewegung, Entspannung oder Austausch bereits vorgesehen sind, muss diese Entscheidung nicht jedes Mal neu getroffen werden.

Auch Begleitung kann dabei helfen, Dinge anders wahrzunehmen, neue Impulse auszuprobieren und eigene Automatismen überhaupt erst zu erkennen.

Nicht, weil jemand anderes die Veränderung für uns übernimmt, sondern weil der Rahmen ein anderer ist.

Die entscheidende Frage kommt danach

Eine Woche außerhalb des Alltags kann vieles leichter erscheinen lassen. Spannend wird es, wenn wir wieder nach Hause kommen.

Denn dort warten meistens dieselben Termine, dieselbe Küche, dasselbe Sofa und auch das Handy liegt wieder griffbereit.

Vielleicht müssen wir deshalb gar nicht versuchen, alles mitzunehmen.

Viel hilfreicher kann die Frage sein:

Was hat mir wirklich gutgetan und was davon möchte ich in meinen Alltag holen?

Vielleicht ist es der Spaziergang am Morgen. Eine Mahlzeit ohne Handy. Zehn Minuten Ruhe nach der Arbeit. Oder die Erkenntnis, dass nicht jede freie Minute gefüllt werden muss.

Aus einer Erfahrung kann so eine kleine Veränderung entstehen, die auch zu Hause ihren Platz findet.

Veränderung braucht nicht immer mehr Disziplin

Genau deshalb schaffen unsere Fastenkurse, Bildungsurlaube und Retreats nicht nur Abstand vom gewohnten Alltag.

Fasten, Bewegung, Natur, Entspannung, bewusste Wahrnehmung und Austausch finden für einige Tage in einem anderen Rahmen statt. So entsteht die Möglichkeit, Dinge nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern selbst zu erleben.

Und vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis anschließend gar nicht:

„Dieses Mal muss ich es endlich schaffen.“

Sondern:

„Was kann ich in meinem Alltag verändern, damit das, was mir guttut, dort leichter einen Platz bekommt?“